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Nach der wohl zweitschlechtesten Bundesligasaison der 10 jährigen Eisbärengeschichte gehen die Eisbären wieder einmal mit einem fast komplett neu zusammengestellten Kader in die neue Saison. Die vergangene Saison wurde mit 12 Siegen abgeschlossen, wovon sechs Siege nur im Eisbärenkäfig errungen wurden. Dies zwang das Management zu einem extremen Umbruch. Auch Brian Harper und Anthony Smith zog es in die Ferne. Harper wird die Saison bei Petrolina AEK Larnaca in Zypern verbringen, Smith wird seine Dienste in der französischen ProB leisten. Andere wie Hamed Attarbashi, langjähriger Assistenzcoach bei den Eisbären, und Bazoumana Kone zog es zu den neugegründeten Hamburg Towers, welche eine Spiellizenz für die ProA erhalten haben. Attarbashi übernimmt bei den Towers den Trainerposten.

Zur neuen Saison sind viele neue Gesichter hinzugekommen, aber auch Bekannte sind geblieben oder zurückgekehrt. Zum einen konnte das Centerduo Devin Searcy und der 2,21m Hüne Nick Schneiders gehalten werden. Somit hat Bremerhaven im zweiten Jahr in Folge den Größten! Auch mit dem jungen Talent Jusuf El Domiaty wurde ein weiterer Einjahresvertrag unter Dach und Fach gebracht und man konnte gleich mit zwei wichtigen deutschen Spieler verlängern. Nick Schneiders wird dabei vermutlich wie auch in der vergangenen Saison in der Starting 5 stehen. Neu wird auf jeden Fall die wiederbelebte Kooperation zwischen den Cuxhaven Bascats (ProA) und den Eisbären Bremerhaven sein. Nach zwei Jahren Pause können nun wieder vier Spieler mit Doppellizenz (Helge Baues, Jeffrey Martin, Mayika Lungongo und Garai Zeeb) wichtige Spielpraxis in der unteren Spielklasse sammeln. In der vergangenen Spielzeit sind Baues und Martin nie über Kurzeinsätze hinausgekommen und werden es diese Saison wohl auch nicht. In Cuxhaven spielt man damit mit vier sehr jungen Spielern. Hoffen kann man nun nur, dass bei den BasCats alles reibungslos funktioniert und sie die Klasse halten können. Bei den BasCats wurde noch Dennis Nawrocki mit einer Doppellizenz ausgestattet. Ob er allerdings bei den Eisbären in dieser Saison spielen wird, ist fraglich.

Ende Juli komplettierte der Kanadier Chris Harris noch das Trainerteam. Er betreute in der vergangenen Saison das Ulmer NBBL Team und dessen Regionalligateam.

Die Guards

Den ersten neuen Vertrag nahm Lorenzo Zo“ Williams an. Der quirlige Point Guard spielte vergangene Saison für BK Ventspils in Lettland. Dort wurde er Meister und Allstar. Außerdem überzeugte er Coach Calvin Oldham (Vertrag bis 2016) mit seiner 41%igen Dreipunktwurfquote. Man hofft, dass Williams einen reibungslosen Ballvortrag leistet. Vergangene Spielzeit leistete sich das Team insgesamt 16,5 Ballverluste pro Spiel. Großen Anteil daran nahm Darius Adams (PG) mit 3,5 Ballverlusten pro Spiel. Zo bringt deutlich mehr Erfahrung mit als Adams. Auch Spielerfahrung in der deutschen Bundesliga sammelte er schon. In der Saison 2009 10 erreichte er mit den Gießen 46ers den sportlichen Klassenerhalt (14. Platz), nachdem in der Saison davor die Klasse nur durch eine Wildcard gehalten werden konnte. Hinter Lorenzo Williams wird sich Flavio Stückemann als zweiter Point Guard einreihen. Flavio stieg zuvor sportlich mit Rasta Vechta in die ProA ab und hat seinen Vertrag nach seinem Abschluss (BWL Studium) im Sommer nicht verlängert. Eingesetzt werden soll er aber auch auf der Position 2. Wie fast alle Akteure nahm auch er einen Einjahresvertrag an. Flavio wird wohl kaum durch seine Quoten aus der vergangenen Saison überzeugt haben, wohl eher war es sein einzigartiger Charakter. Gerade solche Persönlichkeiten braucht man nach dem Abgang von Philip Zwiener dringend, dessen Abschied schon während der Saison so gut wie feststand. Auf der Position des Shooting Guards verpflichtete man als Starter Tyrus McGee. Der junge Guard (Baujahr 1991) wechselte von CB Breogan aus der spanischen zweiten Liga nach Bremerhaven. In Breogan war er schon Leistungsträger und überzeugte Oldham bei den Summerleaguespielen. Anscheinend baut man in Bremerhaven mehr auf Dreierschützen. Umso mehr überzeugen Tyrus 46% Quote aus der NCAA Saison 2012/13, bei Breogan kam er auf starke 40%. Hinter Tyrus werden sich die Deutschen Jusuf El Domiaty und Jeffrey Martin einreihen. Beide können sowohl als SG und PG spielen.

Die Forwards

Die Position des Small Forwards wird von Moses Ehambe (1986) und Myles Hesson (1990) besetzt werden. Moses europäische Erfahrung hält sich sehr in Grenzen. Er spielte 2012/13 bei FIATC Joventut in der spanischen ACB. Danach ging er zurück in die D League, wo er bei den Iowa Energy unterschrieb. Im Sommer 2014 unterzeichnete er für die Sommersaison in Venezuela und bekam daraufhin ein Vertragsangebot von den Eisbären. Neben Moses bekam auch Myles ein Angebot, zunächst einen einwöchigen Tryout Vertrag (nachdem sich Rodney Williams, auch Tryout Spieler, im Training verletzt hatte und für 3 4 Monate ausgefallen wäre) im litauischen Trainingslager, wo gleich auch drei Testspiele absolviert wurden. Diese konnten allesamt erfolgreich gestaltet werden.

BHV : litauische Auswahl 77:68

BHV : Liepaja (lettischer Erstligist) 73:72 [39:48,11:29 und Williams 14, Schultze 18, El Domiaty 8, Stückemann 5, Schneiders 1, Ehambe 9, McGee 11, Hesson 7]

BHV : Klaipedos Nafta Uni 82:73 [ Williams 8 (6 Assists), Schultze 9, Stückemann 6 (5 Assists), Schneiders 7, Baues 5, Ehambe 27, McGee 5, Hesson 9, Martin 6]

Alle Partien gewann man trotz großen Verletzungspechs. Devin Searcy fehlte unter dem Korb und Neuzugang Jake O fehlte als wichtiger Starter. Nick Schneiders und Sven Schultze meisterten ihre Rollen wie alle anderen Eisbärenspieler grandios. Bei allen Partien konnte Myles trotz eines überragenden Ehambe überzeugen. Die Anziehungskraft der Eisbären bei nun Ex Gießenern ist diese Saison groß. Auch Myles spielte letzte Saison in Gießen (allerdings in der ProA) und war dort Leistungsträger. Ebenso ist er britischer Nationalspieler und dürfte Hardcore Basketballfans noch von der EM 2013 bekannt sein, als er großen Anteil an Deutschlands EM Aus hatte (21 Punkte, 11 Rebounds). Aus dem Tryout Vertrag wurde ein Halbjahresvertrag bis Ende Dezember.

Auf der letzten veränderten Position des Power Forwards finden sich zwei unterschiedliche Charaktere wieder: Zum einem ist da Jake O (Einjahresvertrag mit Option auf eine weitere Spielzeit), mit 25 Jahren auch noch ein etwas jüngerer Spieler. Jake spielte bis Februar dieses Jahres in der Ostukraine bei Ferro ZNTU Zaporozhye in der ukrainischen ersten Liga. Aufgrund der zunehmenden Unruhen und da der Spielbetrieb ins Stocken kam, zog es ihn zu den Bakersfield Jam in die amerikanische D League. In der Ukraine kam er auf eine respektable 35% Dreipunktquote. Man erhofft sich von ihm mehr Verteidigungsmöglichkeiten, Athletik und einen sicheren Angriff. Qualität bringt er mit, mal schauen ob Oldham was daraus zaubern kann. Neben Jake steht noch Sven Schultze als Vierer auf dem Feld. Ja richtig, der Sven Schultze! Basketballurgestein, ALBA Kapitän, Bamberger und das beste Geschenk, das es dieses Jahr in Bremerhaven gibt. Hätte mir jemand vor Saisonende erzählt, dass Sven Schultze nach Bremerhaven wechselt, dann hätte ich ihn Stunden ungläubig angeschaut. Nun ist es tatsächlich so gekommen und wir sind froh ihn zu haben. Gerade für die ffentlichkeitsarbeit ist er ein echter Gewinn, ebenso auch für unsere jungen Spieler, die sich etwas bei ihm abgucken können und ein echtes Vorbild vor sich haben. Der 36 jährige ehemalige ALBA Kapitän unterschrieb kurz vor seinem Geburtstag den Einjahresvertrag an der Küste. Spielzeit wird das A und O sein womit man ihn gelockt hat. Bei ALBA nur selten und kurz eingesetzt, bekommt er hier nun Spielzeit ohne Ende. Der Meister, Pokalsieger, EM Zweite, Olympiateilnehmer, ist in Bremerhaven angekommen und die Bremerhavener können es immer noch kaum glauben. wird in dieser Saison auch die Kapitänsbinde tragen. Soviel Erfahrung zu einem vernünftigen Preis bekommt man selten! Hinter diesen beiden Charakteren steht auch noch unser Youngster Helge Baues. Er wird leider auch auch in dieser Saison wenig Spielzeit in Bremerhaven sammeln. Nun kann er sich in Cuxhaven entwickeln und man sieht ihn hoffentlich in den nächsten Jahren öfter in der BBL.

Die Center

Zum Schluss steht nur noch das unveränderte Centerduo von Devin Searcy und Nick Schneiders da. Devin kann innerhalb der nächsten Saison zu einem Toprebounder der Liga reifen. Nach 6,8 Rebounds pro Spiel in der letzten Saison trotz einer Verletzung ist diese Saison sicherlich mehr drin, wenn er unverletzt bleibt. Nick, der erst mit 19 Jahren richtig mit dem Basketball spielen anfing, wird diese Saison mehr Spielzeit bekommen. Im Sommer absolvierte er ein Training in den USA, um seine Fähigkeiten zu verbessern. Glänzen konnte er zwar selten bei Spielen (11 Min., 3,5 PTS, 54% FG, 43% FT), doch sind seine Dunks aus dem Stand und Freiwürfe oft erheiternd und man kann mit Spannung mitfiebern, wie seine Freiwürfe dennoch irgendwie den Weg in den Korb finden.

Die neuen Eisbären

Während der Offseason kam bei den Eisbärenanhängern ein wohliges Gefühl auf. Aus den scheuen Eisbären wurden binnen kurzer Zeit hyperaktive Bärchen. Der Internetauftritt wurde komplett umstrukturiert und man bekam endlich das Gefühl, dass sich wieder etwas drastisch verändert. Dies blieb auch bis heute so. Es wurden nach der verkorksten Saison wieder Fan Stammtische mit Spielern und den Trainern veranstaltet, welche zudem Zustimmung und einen größeren Andrang fanden. Auch unsere Sponsoren brachten was auf die Beine: Es wurden zwei kostenlose Busse für das Hagen Spiel gestellt, welche bis auf den letzten Platz belegt sein müssten. Endlich tut sich etwas, um mehr Zuschauer und Fans zu gewinnen. Gerade durch die direkte Konkurrenz mit den Nachbarn aus der Eisarena (Fishtown Pinguins, 2. DEL > 2000+ verkaufte Dauerkarten) war dieser Schritt dringend notwendig.

Gefühle zur Saison

Eins dürfte von vornherein schon feststehen. Die Eisbären haben gegenüber der letzten Saison ein vernünftiges Team zusammengestellt. Wir haben einen Pointguard, der nicht nur die 24 Sekunden von der Uhr runter nimmt und dann selber wirft und dem es dabei egal ist ob er trifft oder nicht, sondern auch einen der Erfahrung, die wir nicht hatten, mit einbringt. Dies wird auch bei der neuen 14 Sekunden Regel nach einem Offensivrebound notwendig. In den Vorbereitungsspielen trat die Mannschaft schon jetzt als eingeschworenes Team auf. Auch die Punkteverteilung lässt sich sehen. Schon jetzt kristallisierten sich McGee, Ehambe, Hesson und Searcy als fleißige Punktesammler heraus.

BHV : BV Chemnitz 99 (ProA) 79:51 [Searcy(17, 8 Reb),McGee (10, 9 Reb), Williams (11, 6 Ass), Ehambe (15)]

BHV : Rasta Vechta (ProA) 78:51 [Williams (4, 7 Ass), Schultze (3), Stückemann (5), Schneiders (2), Ehambe (8), Hesson (17), McGee (17), Searcy (19), Martin (3)]

BHV : Groningen (niederländische erste Liga, Meister und Pokalsieger 2014) 92:45 [Baues (2), Schneiders (4), Schultze (8), Hesson (21), Searcy (10), Ehambe (13), McGee (11), Williams (11), O (9), Martin (3)]

BHV : Belfius Mons Hainaut (belgische erste Liga, Eurocupteilnehmer 2013) 76:89 [Moses Ehambe (17), Devin Searcy (13)]

Cuxhaven BasCats (Pro A) : BHV 62:88 [Williams (8), Schultze (4), Stückemann (5), Ehambe (17), Hesson (7), McGee (20), Searcy (13), O’Brien (8), El Domiaty (6)]

BHV : EWE Baskets Oldenburg (Beko BBL) 75:83 (42:36) [McGee (21)]Einschlägige Experten sehen die Eisbären in der Tabelle auf einem Playoffplatz, im Mittelfeld oder auf einem Abstiegsplatz. Ein Ereignis davon wird sicherlich eintreten, dies kann aber auch noch bis Ende April nächsten Jahres dauern. Mit einer solchen Mannschaft ist jedoch mehr zu erreichen als sich einige träumen lassen. Letztes Jahr hatten wir auf dem Papier auch eine Playoffmannschaft, sind am Ende aber am Willen gescheitert. Nun sind die Mannschaften im Mittelfeld stärker geworden und ich bin der Meinung, dass man mit dieser Mannschaft dagegenhalten kann. Es muss von Anfang bis Ende gekämpft werden, dann kommen zum einen wieder Zuschauer in den Eisbärenkäfig und zum anderen ist man wie in früheren Spielzeiten wieder auf dem Weg nach oben. Im Basketball ist auch mit einem mittelmäßigen Etat nichts unmöglich! Diese Wundertüte kann alles schaffen.

An der Küste bekommen die Zuschauer und Fans die Eisbären erst am 08. Oktober (20:30 Uhr) zu sehen. Dort geht es dann im heimischen Eisbärenkäfig gegen die Ludwigsburger. Am ersten und zweiten Spieltag warten zunächst zwei Auswärtsspiele auf unser Team. Am 03. Oktober geht um 15 Uhr in der brose Arena in Bamberg gegen das Starensemble los, am 05. Oktober (15 Uhr) warten die offensivstarken Feuervögel aus Hagen auf die bissigen Eisbären.
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