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Die Katz ist aus dem Sack. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre, an die Clubs (Euroleague und Eurocup) werden 60 Prozent der Gesamtsumme (etwa 370 von gesamt 630 Millionen Euro) ausgeschüttet. So weit so gut für die absegnenden Vereine. Doch ist es auch gut für den europäischen Basketball?

Neuer Deal oder aufgewärmter Kaffee?

Der neue Deal ist der Höhepunkt in der Auseinandersetzung zwischen FIBA und Euroleague um den europäischen Basketball; insbesondere, seit die FIBA vier Zeitfenster für Länderspiele öffnen und bei der Gelegenheit den europäischen Vereinspokal gleich mit übernehmen wollte. Das mündete zunächst im Desaster eines drittklassigen FIBA Eurocup. Es folgte der Versuch, die großen Clubs Europas auf ihre Seite zu ziehen (Angebot über 30 Mio. Euro für eine neue Euroleague 2016/17 mit acht A Lizenzlern und 16 Teams gesamt), und immerhin einer Einigung mit der ULEB über die Austragung des Eurocups in der nächsten Saison. Dazu muss man wissen, dass die ULEB als europäischer Gesamtverband der unabhängigen nationalen Ligen ursprünglich eng mit der von Jordi Bertomeu geführten Euroleague zusammenarbeitete. Diese Zusammenarbeit hatte aber zunehmend Schaden genommen; wohl vor allem, weil die Pläne Bertomeus immer auf eine geschlossene Liga hinausliefen.

Die großen Clubs, also die mit A Lizenzen der Euroleague ausgestatteten Teams, erhielten nun das Gegenangebot der IMG. Es sieht vor, die Euroleague aus 16 Teams zu bilden, die nicht mehr (wie bisher) in Gruppen gebündelt werden, sondern zunächst in 30 Partien mit Hin und Rückspiel einen normalen Ligaalltag ausspielen und dann per Best of Five“Viertelfinale und Final Four ihren Sieger küren. Gleichzeitig soll der Eurocup das Spielmodell der alten Euroleague übernehmen (24 Teams in vier Gruppen, zweite Phase mit zwei Gruppen mit je acht Mannschaften, danach Playoffs). Für die IMG hat diese Einteilung den Vorteil sehr vieler Spiele, die sie medial vermarkten kann, und in der Geschlossenheit eine gewisse Nähe zur NBA. Das ist in Hinblick auf das Marketing nicht zu verachten. Allerdings sind diese Pläne von Jordi Bertomeu schon länger entwickelt worden, der ja immer von einem europäischen Gegenstück zur NBA träumte. Ihm muss man also die Federführung bei dem Ganzen zugestehen.

Eine Liga, bestehend aus 16 Teams, von denen elf aufgrund ihrer Macht feststehen Kein Wunder, dass genau diese Clubs den Deal (bis auf Panathinaikos Athen, die den Vertrag noch von eigenen Juristen prüfen lassen wollen) mit Freuden unterzeichneten. Oder wie der Präsident von ZSKA Moskau, Andrei Valutin, sagte: FIBA und Euroleague sich streiten, ist das das Beste, was den Clubs passieren kann! Das betrifft aber nur einen sehr kleinen Kreis von Clubs: diese elf plus drei Landesmeister, deren nationale Ligenzugehörigkeit noch nicht geklärt ist. Man erwartet wohl noch Probleme, einige Landesverbände für sich zu gewinnen. Deutschland wird neben der russischen und türkischen Liga als quasi B Lizenzler genannt, aber auch Frankreich und der Sieger der ABA Liga (praktisch Ex Jugoslawien) sind Optionen. Hinzu kommen der Eurocup Sieger und ein Qualifikant, der sich in einem Turnier unter acht eingeladenen Teams durchsetzen muss.

Probleme wird es geben. Zum einen ist der sportliche Wert der A Lizenz berechtigtermaßen umstritten. Teams wie EA7 Milano, Laboral Vitoria oder algiris Kaunas sowie auch Anadolu Efes haben international, teils auch national,
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wenig gerissen, sodass man die Frage nach der Berechtigung ihrer Zugehörigkeit stellen muss. Es zeigt sich, dass Bertomeu in den vergangenen Jahren seine Hausaufgaben nur unzureichend gemacht hat. Zunächst einmal hat er sich durch sein mehr oder weniger Zerwürfnis mit der ULEB eines wichtigen Partners beraubt und sich ganz in die Abhängigkeit einzelner Clubs begeben. Zudem war er nicht gewillt, klarere Linien für die Zugehörigkeit zum exklusiven A Lizenz Club aufzustellen. Eine Konzeptanpassung an die europäischen Verhältnisse fand eigentlich nicht statt, nachdem die europäische NBA ausgeträumt war.

Finanziell mag der Deal erfolgreich sein (bezahlt muss erst noch werden), sportlich ist er keine Lösung für Europa. Das Erfolgsmodell der Fußball Champions League dürfte auch für den Basketballkontinent Europa, mit Modifikationen, die ideale Konstruktion sein. die geschlossene 16er Liga (von mir aus im ersten Jahr mit den Teams, die 2016/17 die Euroleague bilden werden) mit Auf und Abstieg. Man hätte nach der ersten Saison nicht mehr über Lizenzen reden müssen. All das ist nun vom Tisch. Man kann nur hoffen, dass ab 2017/18 nachjustiert wird. Und ich wäre nicht überrascht, wenn sich noch einiges entwickelt.

Ein Sport zwei Modelle?

Marco Baldi, Geschäftsführer von ALBA BERLIN, hat als erfahrenster Mann des deutschen Basketballs in einer ersten Stellungnahme gesagt: gibt Konfliktpotenzial in Hülle und Fülle. Wenn es überstanden ist, werden wir aber ein stabileres Modell haben als bisher. Die nächsten ein, zwei Jahre können jedoch sehr unruhig werden. FIBA wird das Feld nicht kampflos räumen. Das Angebot über 30 Millionen Euro für einen eigenen höchsten Vereinswettbewerb in Europa steht ja noch. Allerdings war das wohl an die acht A Lizenzen gebunden. Wenn diese acht Teams aber in der Euroleague verbleiben, wird man zunächst mal sehen müssen, wie sich die FIBA positioniert. Wahrscheinlich wird sie versuchen, die ULEB auch für die große Lösung (nicht nur Eurocup) auf ihre Seite zu bekommen und entsprechend die nationalen Ligen anzugehen. Mlaga, Valencia, Sassari, Lietuvos, auch russische und türkische Teams). Möglicherweise fällt ja Frankreich ganz aus der Euroleague heraus, Deutschland ist nur mit einem Team vertreten (und mich würde nicht wundern, wenn die IMG unabhängig von der Meisterschaft Bayern München fordern würde) und Italien nur durch EA7 Milano. Hier gibt es also Ansatzmöglichkeiten.

Dennoch ist das FIBA Modell zu windig, als dass man zum jetzigen Zeitpunkt unbedingt davon ausgehen sollte, dass es zwei höchste Spielklassen geben wird (wie es 2000/01 mit Euroleague und Suproleague der Fall war). Der neue Spielmodus der Euroleague/ des Eurocups ist auf jeden Fall ein Schlag in das Gesicht der FIBA mit ihrem ambitionierten Länderspielprogramm. Man muss davon ausgehen, dass unter der Saison nur B Nationalteams antreten werden, egal, wie sich die FIBA im europäischen Vereinswettbewerb positioniert. Und eine zehnjährige Laufzeit des Deals der Euroleague mit der IMG sind schon eine Ansage (auch von der Summe von 630 Mio. Euro). Das wird die FIBA nur sehr schwer toppen können.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sich die FIBA zunächst auf den mit der ULEB ausgehandelten Eurocup konzentriert und die Ressourcen dort bündelt. Selbst, wenn die 30 Millionen Euro nicht zustande kommen, könnte der Wettbewerb finanziell attraktiver sein als der Eurocup Bertomeus. Denn die Gelder aus Kooperation mit der IMG dürften fast gänzlich der Euroleague zukommen. Sofern für den Eurocup keine zusätzlichen Deals eingefädelt werden (ich kenne das Konstrukt der Kooperation mit der IMG zu wenig), könnte das FIBA Modell den Ausschlag für die übrig geblieben Teams aus Ober und oberer Mittelklasse geben.

Türen sollte man nie zuschlagen, reinigende Gewitter tun aber gut. Von daher können stürmische Zeiten auch zur Stabilisierung beitragen. Positiv ist schon mal,
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dass man offensichtlich mehr Geld für den europäischen Basketball akquirieren will und kann. ber die Verteilung besteht noch Redebedarf.