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Dieser Indie Titel kommt mit einer recht kuriosen Grundidee daher: Ihr kommt nach Hause und keiner ist da. Das ist alles. Dennoch ist die Sache ziemlich reizvoll, denn zum einen ist die Situation eurer Spielfigur sehr speziell, zum anderen müsst ihr im Privatleben anderer Leute schnüffeln, um voranzukommen. Gone Home befriedigt geradezu eure voyeuristischen Triebe, ist dabei aber weniger Adventure als vielmehr interaktive Erzählung vergleichbar mit Dear Esther.

Ihr spielt die junge Amerikanerin Kaitlin Greenbriar, die in einer stürmischen Juni Nacht 1995 nach einem Jahr in Europa endlich wieder nach Hause kommt zu ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester. Familie Greenbriar ist in Kaitlins Abwesenheits ins Anwesen eines verstorbenen Verwandten gezogen. Das riesige Haus ist ihr also ebenso fremd wie euch, dem Spieler. Und obwohl sich Kaitlin via Anrufbeantworter angemeldet hat, findet sie das Haus leer und verschlossen vor. An der Tür hängt eine kryptische, besorgniserregende Nachricht ihrer Schwester Samantha. Das ist alles. Ihr steht auf der Veranda, es stürmt_ und eure Familie ist verschwunden.

Was nun folgt, ist ein etwa zweistündiges Abenteuer, in dessen Verlauf ihr nichts anderes tut, als euch Zutritt zum Haus zu verschaffen und durch die Hinterlassenschaften von Familie Greenbriar zu stöbern. Das tut ihr komplett aus der Ego Perspektive und mit nur wenigen Tasten. Per WASD bewegt ihr Kaitlin, mit der Maustaste öffnet ihr Türen oder nehmt Gegenstände in die Hand. Ein Inventar gibt es zwar, es wird allerdings automatisch gefüllt, genauso wie das Journal, in dem die Tagebucheinträge von Kaitlins Schwester Sam gesammelt werden. Die stellen dann auch den wichtigsten Handlungsfaden des Spiels dar und werden in Form eines Audio Logs abgespielt, während ihr zerknüllte Zettel aus dem Papierkorb fischt, die von Sams Problemen an der neuen Schule zeugen, oder wenn ihr in Sams Zimmer Zeugnisse ihrer ersten großen Liebe findet.

Im Spielverlauf gibt es keine klassischen Rätsel, vielmehr stöbert ihr durch das Greenbriar Anwesen, schaut in Schubläden und Schränke und erfahrt durch Briefe, Quittungen, Notizen und andere Relikte vom Leben der Familie und den Problemen, mit denen jeder zu kämpfen hat. Kaitlins Vater Terrence entpuppt sich als erfolgloser Autor und manch Indiz lässt uns fürchten, dass er in die Fußstapfen seines verrückten Onkels tritt, der dem Anwesen den Ruf einer Psycho Bude verliehen hat. Mutter Janice hingegen scheint in Kaitlins Abwesenheit eine steile Karriere beim Nationalpark hinzulegen, wie Gratulationsschreiben beweisen. Allerdings gibt es da auch einen Rick in ihrem Leben, mit dem sie auf Konzerte geht. Und vor allem ist da Samantha, deren Spur ihr durch das ganze Haus verfolgt. Anfangs sind euch dabei viele Türen versperrt und ihr findet auch einige Schränke, die mit Zahlenkombinationen gesichert sind. Doch wenn ihr den offensichtlichen Spuren artig folgt, sollte euer Streifzug durch Keller, Dachboden und einige Geheimgänge ohne Probleme verlaufen. Gone Home will euch zu keiner Zeit fordern, sondern euch die Geschichte einer Familie mit ganz menschlichen Problemen erzählen.

Geradlinig und technisch veraltet

Es erscheint ein wenig seltsam, wie linear und starr euch der Weg durch das Greenbriar Anwesen vorgegeben ist. Und auch die Tatsache, dass alle Familienrelikte in chronologischer Reihenfolge auf diesem Weg verteilt sind, wirkt etwas gezwungen. Dennoch hat Gone Home durchaus Unterhaltungswert. Die erzählte Geschichte ist nachvollziehbar und wird sehr gefühlvoll rübergebracht. Obendrein bedient der Titel unsere Lust am Stöbern und dem Entdecken intimer Details anderer Leute. Man fühlt sich fast ein wenig schlecht dabei, wenn man in die Geheimnisse der Familie eindringt. Als schön empfinden wir außerdem das 90er Jahre Setting_ VHS Kassetten unter dem heimischen Röhrenfernseher und Akte X Poster in Samanthas Zimmer inklusive. Wer diese Zeiten kennt, wird viel Nostalgie empfinden.

Ein wenig ärgerlich ist da jedoch die recht grobe Optik des Ego Adventures. Umgebung und Objekte wirken allesamt ein wenig trist und detailarm, die Grafik generell ein gutes Stück veraltet. Dafür stimmt die Soundkulisse mit gefühlvoll vorgelesenen Tagebucheinträgen, stimmungsvollen Instrumentalstücken, 90er Songs und gelegentlichem Donnergrollen. Gone Home ist eine interaktive Story eine schöne und durchaus rührende. Ein wirklich gutes Spiel ist es allerdings leider nicht.

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Es hat mir Spaß gemacht, das Greenbriar Anwesen auf der Suche nach Indizien für den Verbleib der Familie zu durchstöbern. Und ich fand es bemerkenswert, wie ich Samantha, Kaitlin, Terrence und Janice im Spielverlauf immer besser kennenlernte, ihren Problemen und Sorgen auf die Spur kam und mir langsam klar wurde, warum und wohin sie verschwunden sind. Mehr will ich nicht verraten, sondern euch vielmehr nochmals klarmachen: Gone Home ist kaum ein Spiel, sondern vielmehr ein spannendes Experiment in Sachen Storytelling. Als Spiel bietet es zu wenig. Weder ist die Grafik zeitgemäß, noch ist euer Streifzug durch das Haus in irgendeiner Weise fordernd. Seid euch also im Klaren, was euch mit Gone Home erwartet.
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