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Unsere Serie über die Final Four Anwärter der Euroleague 2015/16 geht weiter. Bisher wurden neben dem Titelverteidiger Real Madrid mit ZSKA Moskau, Fenerbahe Istanbul und dem FC Barcelona vor allem Teams vorgestellt, die schon länger titellos sind im Falle von Istanbul gar gerade erst ihr erstes Final Four erlebten. Heute kommt mit Olympiakos Piräus ein Vorgänger der Madrilenen hinzu. Der Gewinner der Euroleague von 2012 sowie 2013, welcher zuletzt den Spaniern erst im Finale unterlegen war.

Ein Erfolgsteam also, das sich natürlich auch aufgrund der schwächeren heimischen Liga fast vollständig auf den europäischen Wettbewerb konzentrieren und auch auf diese Weise die beachtlichen Leistungen erbringen kann. Aber eben nicht nur deswegen. Nein, ich persönlich habe eine große Vorliebe für den, wenn man so will, Athener Vorstadtklub, auch weil dort der Turnaround nach den finanziell fetten Jahren mit guter bersicht bewerkstelligt werden konnte und nun auch mit geringerem Etat ganz oben mitgespielt wird.

Das hängt natürlich direkt mit einem Spieler zusammen. Vielleicht dem besten außerhalb der NBA, wie er von den Coaches der anderen EL Clubs bezeichnet wird: Vasilios Spanoulis, A und O des Spiels der Roten, wie die Olympioniken im Gegensatz zu den Grünen von Panathinaikos Athen genannt werden. Quasi alle Topteams der Euroleague hatten insgeheim auf eine Verpflichtung gehofft, aber er blieb sich treu und spielt auch eine sechzehnte Saison in Griechenland, seit 2010 inzwischen in Piräus. Lediglich den kleinen Sprung über den großen Teich zu den Houston Rockets dürfte er sich nie verziehen haben. V Span, wie er von den eigenen Fans liebevoll genannt wird (von den Gegnern allerdings nicht unbedingt, was wohl auch in der nächsten Saison wieder zu heftigen Begegnungen zwischen Piräus und Athen führen dürfte), ist also das Zentrum des Spiels von Olympiakos. Gesehen werden konnte das im positiven wie auch im negativen Sinne gerade im letzten Final Four, denn den gegnerischen Teams bleibt die Wichtigkeit seiner Präsenz ja nicht verborgen. Ihn aus dem Spiel zu nehmen, ist die oberste Pflicht.

Das gelang ZSKA Moskau im Halbfinale ziemlich gut, als Spanoulis 36 Minuten lang keinen seiner elf Würfe traf. Die Russen agierten dementsprechend relativ überlegen und gingen mit + 9 in die letzten vier Minuten. Und dann kam eben Span time: ein Dreier bei 03:30, sein erster Treffer im Spiel. Ein weiterer Clutchdreier bei noch zwei Minuten auf der Uhr. Ein Jumper des 1,93 m kleinen“ Vasilios über den 2,07 Mann Andrey Vorontsevich und Gleichstand 31,1 Sekunden vor Schluss. Und dann noch dies: V Span dribbelt die Zeit herunter und wirft dann nach exakt 23,2 Sekunden über Nando de Colo hinweg den Dreier. Besser kann man das nicht timen, ergo noch 9,9 Sekunden zu spielen. Der Rest sind Freiwürfe, Piräus gewinnt 70:68 und steht im Finale. Für so etwas gibt es eigentlich nur das Wort durchgedreht mehr noch als aufgedreht.

Das Finale ging dann aber eindeutig aus. Madrid gewann mit 78:59, Spanoulis blieb bei drei Punkten aus fünf Würfen, drei Assists und vier Turnovern. Sergio Llull und Rudy Fernandez gelang es, ihn komplett aus dem Spiel zu nehmen und Piräus hatte dann keine Alternative mehr. Hier werden dann auch zwei Mankos deutlich: zum einen die Abhängigkeit des Teams von seinem uneingeschränkten Chef und zum anderen auch das Alter von V Span. Mit 33 Jahren gehört er auf seiner Position eigentlich schon zum alten Eisen, das geht ihm nicht anders als den Kollegen Diamantidis (PAO) und Navarro (FCB). Sie sind mit ihrer Erfahrung äußerst wichtig, aber brauchen auch Kollegen, die sich nicht nur unterordnen, sondern auch den Spagat zwischen Verantwortung übernehmen und sich in den Schatten stellen bewältigen können. Und selbstverständlich sehen das auch die Verantwortlichen in der griechischen Hafenstadt so.

One Team: Giannis Sfairopoulos

Ich hatte erwähnt, dass Olympiakos eines meiner Lieblingsteams ist und das liegt nicht nur am ökonomischen Turnaround, sondern vor allem an der Defense, die die beste in Europa ist. Man hatte ja mit Beginn der letzten Saison zweimal den Coach gewechselt. Nach dem etwas überraschenden Rücktritt von Erfolgstrainer Georgios Bartzokas hatte Interimscoach Milos Tomic immerhin ein 3 0 Bilanz in der EL. Mit Giannis Sfairopoulos wurde letztlich einen Mann aus der zweiten Reihe verpflichtet; ein Zug, der sich auszahlen sollte und ihm eine Vertragsverlängerung bis 2018 einbrachte. Sfairopoulos ließ sehr aggressive Defense einüben und spielen, teils gar mit nahezu vierzigminütiger Presse. Ein Ausrufezeichen im Basketball! Der Vizetitel als Trainer des Jahres hinter Pablo Laso von Real Madrid und vor Saa Obradovi von ALBA Berlin war ein Lohn dieser, das gesamte Team betreffenden Arbeit. Denn, wie immer bei guter Defense, steht das Ensemble im Vordergrund. Die Charaktere passten also zueinander, nur dass eben offensiv die Abhängigkeit von dem Einen zu deutlich wurde.

Es wurde, wie gesagt, reagiert. Guard Kostas Sloukas (jetzt bei Fenerbahe Istanbul) wurde durch Daniel Hackett (Olimpia Milano) ersetzt. Eine interessante Personalie, war Sloukas doch seit 2008 beim griechischen Club aktiv. Mit Hackett erhoffen sich die Verantwortlichen wohl mehr Eigenständigkeit und Entlastung von Spanoulis. Eigenschaften, die eben schwer zu kombinieren sind: ein zweiter Mann zu sein (Andrew Goudelock hatte das noch mit den Worten abgelehnt, dass er nirgendwo Zweiter sei) und dennoch kreativ zu spielen. An dem vielseitigen US Italiener dürfte also viel hängen in der notwendigen und schleichenden Veränderung der Spielgewichtung. Getrennt hat sich Piräus auch von den beiden anderen Guards, Tremmel Darden und Oiver Lafayette, die durch Darryl Eugene Strawberry und Giannis Athinaiou ersetzt werden. Ersterer soll dem Team mehr Athletik geben und Athinaiou als fünfter und griechischer Guard für notwendigen Pausen sorgen.

Die weiteren Veränderungen bei Olympiakos betreffen die Center Position. Hier musste man sich vom zweimaligen besten Verteidiger der Euroleague, Bryant Dunston, trennen. Die gebotenen1,4 Mio Euro für zwei Jahre waren nicht genug, um gegen die Angebote von Anadolu Efes Istanbul (zunächst 900.000 Euro für ein Jahr) und Real Madrid (1,7 Mio. Euro für zwei Jahre) anzukommen. Am Ende dürften es 1,8 Mio. Euro und zwei Jahre sein, die er jetzt in Istanbul verdient. Hier zeigt sich auch, wo die finanzstärkeren Vereine mittlerweile beheimatet sind. Dafür ist Olympiakos postwendend auch selbst in der türkischen Metropole fündig geworden. Patric Young wurde von Galatasaray nach Piräus gelotst. Ein durchaus spektakulärer Zug und vielleicht der Transfer des Jahres. Vor allem dürfte Young seine Vorzüge im Pick Roll mit Spanoulis haben, das mit Dunston doch oft stagnierte. Mehr Variabilität sollte so gewährleistet sein, immerhin war die Galatasaray Achse Arroyo/Young ein Paradebeispiel der Art.

Für Brent Petway engagierte man Nikola Milutinov (Partizan Belgrad), einen der interessantensten Perspektivspieler auf der Centerposition. 2,12 m groß und mit einer Armspannweite von 222 cm dürfte ihm eine NBA Zukunft offen stehen. Wenn er denn verletzungsfrei bleibt, zu seinen 100 Kilo noch etwas zulegt und entsprechend sein Spiel noch diversifiziert. Es bleibt abzuwarten, wieviel EL Minuten er hinter Young und Othello Hunter sieht. Jedenfalls könnte das Team von Olympiakos Piräus wieder bereit sein für einen Angriff auf die höchste Auszeichnung in Europa. Keyfaktoren Spanoulis, Hackett Young:
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