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In unserer Artikel Reihe BBL Ziel 2020″ befassen sich mehrere Autoren mit unterschiedlichen Aspekten des Ziels der Beko BBL, bis im Jahr 2020 die stärkste Liga Europas zu sein. Der aktuelle Beitrag befasst sich mit dem Schiedsrichterwesen in der BBL. Misst man die Qualität der deutschen Schiedsrichter an den Meinungen in Basketballforen oder Facebook, müssten diese wirklich sehr schlecht sein und man hätte noch einen langen Weg vor sich bis die Qualität der Schiedsrichter der vermeintlich besten Liga in Europa gerecht würde.

Dabei muss man jedoch beachten, dass dies aber eine sehr unfaire Qualitätsmessung wäre, da die deutschen Schiedsrichter bei den Fans einen sehr schlechten Ruf haben. Es entspricht einfach nicht der Realität, dass die Referees in der BBL so schlecht sind, wie sie gerne gemacht werden.

Nichtsdestotrotz ist es natürlich immer problematisch, wenn sogenannte Bigcalls (klare Fouls oder Regelübertretungen, bei denen es keine zweite Meinung geben kann) verpasst werden und somit der Ruf der Unparteiischen nachhaltig weiter verschlechtert wird. Solche krassen Fehlentscheidungen wie beispielsweise in der jüngeren Vergangenheit der verpasste Pfiff in den letzten Sekunden des Oberfrankenderbys Bayreuth gegen Bamberg, sind aber zum Glück die Ausnahme!

Passend zum Thema haben wir ein Interview mit Jens Staudemayer, dem ehemaligen Bundesliga Schiedsrichter und derzeitigen Leiter Sport“ bei der Beko BBL (u. a. zuständig für die Schiedsrichterbetreuung) geführt:

Court Review: Als langjähriger BBL Schiedsrichter und Funktionär haben Sie das Schiedsrichterwesen aus erster Hand miterlebt. Wie hat es sich in diesem Zeitraum entwickelt, was für eine Qualitätsentwicklung liegt vor?

Jens Staudenmayer: In den vergangenen Jahren hat sich unheimlich viel auf diesem Gebiet getan: Die Organisation, die Aus und Weiterbildung, die laufende Betreuung der Schiedsrichter, der Einsatz von Verhaltenstrainern und Sportpsychologen, die Videoarbeit, die uns bei den Spielen Echtzeitanalysen erlaubt, die Eigenleistungen abseits der Spieleinsätze durch die Schiedsrichter selbst und auch die praktizierten Lehrmethoden sowie verfahren. Solch ein umfassendes Programm zur Aus und Fortbildung gab es zu meiner aktiven Zeit nicht. Gerade weil wir in diesem Bereich so innovativ und ganzheitlich an die Sache herangehen, sind wir für einige andere Ligen in Europa Vorreiter. Damit einhergehend hat sich auch die Qualität der Leistungen positiv entwickelt. Sicher nicht in dem Tempo, wie manche Außenstehende sich das wünschen, aber man darf bei alldem nicht vergessen, dass sämtliche Schiedsrichter, im Gegensatz zu Trainern und Spielern, unter der Woche einem geregelten Job nachgehen und das nicht selten in gehobenen Positionen in Unternehmen.

Court Review: Natürlich fährt ein Schiedsrichter nicht nur zu einem Spiel am Wochenende und pfeift dieses. Wie sehen die Aufgaben der BBL Schiedsrichtern im Allgemeinen aus? Wie kann man sich eine typische Woche vorstellen?

JS: Jeder Schiedsrichter muss sich, wenn er auf diesem Niveau pfeift, körperlich fit halten, sich auf die Spiele inhaltlich vorbereiten, die Reiseplanungen selbst vornehmen,
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vor der Partie mehrere Stunden vorher vor Ort sein sowie die Nachbesprechung vor Ort und eine Videoanalyse vornehmen. Hinzu kommen einmal pro Monat ein Video Entscheidungstraining und ein Regeltest. Insgesamt bedeutet das inklusive Spielleitung einen Zeitaufwand pro Woche von 15 20 Stunden neben dem Job.

Court Review: Es gibt derzeit zehn aktive FIBA Schiedsrichter. Wie ist das Standing der deutschen Schiedsrichter auf internationaler Ebene?

JS: Es ist derzeit sicherlich so gut wie nie: Mit Robert Lottermoser haben wir einen Schiedsrichter, der sich in den absoluten europäischen Spitze etabliert hat, mit Clemens Fritz und Moritz Reiter pfeifen zwei weitere Schiedsrichter in der Euroleague beziehungsweise dem Eurocup. Erst kürzlich wurde Anne Panther für die Damen Weltmeisterschaft nominiert. Sowohl Quantität der Nominierungen als auch Qualität hatten noch nie ein höheres Level. Dies liegt auch daran begründet, dass die Schiedsrichter aufgrund der Ausgeglichenheit der Beko BBL Woche für Woche stark gefordert sind. Wir könnten sogar noch mehr Schiedsrichter in den europäischen Top Wettbewerben haben, wenn deren Verfügbarkeit besser wäre. Aufgrund ihrer beruflichen Inanspruchnahme sind mehreren Schiedsrichtern jedoch Grenzen gesetzt. Das bedauern wir sehr, weil internationale Erfahrung wertvoll für die Entwicklung eines Schiedsrichters ist, müssen aber auch den Realitäten in die Augen sehen.

Court Review: Gibt es Unterschiede bei der Aus / Weiterbildung der Schiedsrichter in Deutschland gegenüber anderen europäischen Ländern? Orientiert man sich vielleicht sogar an renommierten“ europäischen Ligen?

JS: Alles, was wir uns abgucken können, integrieren wir in unsere Arbeit, allein es ist mittlerweile eher so, dass sich andere Nationen in der Ausbildung an uns orientieren. Ein Audit eines internationalen Experten hat uns vor zwei Jahren im internationalen Vergleich gesehen nur noch wenige konkrete Anhaltspunkte gegeben. Es gibt immer wieder Impulse, die wir uns zunutze machen, wir schauen auch über den Tellerrand zu anderen Sportarten.

Court Review: Welcher ist der beste Indikator/Parameter, um die Schiedsrichter Qualität im internationalen Vergleich einordnen zu können?

JS: Das ist sicherlich nicht einfach zu beantworten. Zunächst ist dafür ein Indikator, wie viele deutsche Schiedsrichter in den europäischen Topwettbewerben zum Einsatz kommen. Allerdings muss man hierzu sagen, dass vom reinen Leistungsvermögen her diese Anzahl aktuell mehr als doppelt so hoch liegen würde, wenn sich nicht Schiedsrichter wie Martin Matip, Toni Rodriguez oder auch Oliver Krause, um nur drei Namen zu nennen, bewusst schwerpunktmäßig für ihre berufliche Karriere entschieden hätten. Dann könnte man die Gleichmäßigkeit der Leistungen im Vergleich der nationalen Ligen in den Blick nehmen, ein reiner Vergleich Beko BBL Eurocup oder Euroleague hinkt sicher ein wenig, weil man nicht vergessen darf, dass dort jeweils die Spitzenkräfte aus den einzelnen Ländern pfeifen, d. h. es findet eine extreme Leistungsverdichtung statt. Insgesamt suchen wir da noch ein wenig nach dem Stein des Weisen.

Court Review: Wenn man bis 2020 die beste Liga in Europa stellen möchte, man auch die besten Schiedsrichter. Was kann man tun, um das schon hohe Niveau der Bundesliga Schiedsrichter weiter zu erhöhen?

JS: Dieser Anspruch ist vollkommen richtig: Sehr gute Schiedsrichter müssen ihren Beitrag dazu leisten, dass sich dadurch die Leistungen auf dem Spielfeld entfalten können. Was wir unter den aktuellen Rahmenbedingungen sicherlich noch tun können ist die Betreuungsdichte durch Coaching auszuweiten, damit zu einheitlicheren Auslegungen zu kommen und den Zuwachs an Erfahrung zu nutzen (wir haben immer noch einen im europäischen Vergleich jungen Kader). All das wird im Zusammenspiel dazu führen, dass wir Schritt für Schritt diesem Anspruch bzw. Ziel näher kommen.

Court Review: Es pfeifen recht viele junge Schiedsrichter in der Bundesliga. Gibt es einen Plan dahinter (Stichwort 2020) oder wie lässt sich die Altersstruktur erklären? Sind in diesem Zusammenhang auch Altersgrenzen“ wirksam?
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