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Es ist diese Saison in der Liga ein großes Thema: Diskussionswürdige Entscheidungen der Schiedsrichter. Zu oft stehen die Referees dieses Jahr im Mittelpunkt der Diskussionen nach den Spielen in der Beko BBL. Wie kann das Problem zur Zufriedenheit aller gelöst werden?

Beispiele gibt es genug die zwei prominentesten sind sicherlich das allgemeine Unverständnis auf den No Call nach dem klaren Foul von D’Or Fischer an Brian Qvale in der letzten Sekunde des Derbys medi Bayreuth gegen die Brose Baskets Bamberg (Fischer foult Qvale und der Pfiff bleibt aus) sowie die Schiedsrichterschelte von Silvano Poropat und Mathias Fischer nach dem Spiel zwischen dem Mitteldeutschen BC Spiel gegen die Telekom Baskets Bonn (Poropat kritisiert die Schiedsrichterleistung und Fischer will aus Sorge vor Geldstrafen nichts dazu sagen, ab 3.40 min). Bei den Fans der kleinen Teams“ der Liga herrscht oft genug schon vor Spielen gegen die großen B’s“ Bamberg, Bayern und Berlin regelrecht Resignation, weil die Sorge vor falschen Pfiffen so groß ist.

Zunächst einmal: Wenn die Verantwortlichen der Liga das Ziel haben, dass die Beko BBL 2020 die beste Basketballliga Europas ist, dann gehören dazu nicht nur die besten Spieler, die schicksten Hallen und der professionellste Social Media Auftritt, sondern auch Top Leistungen der Schiedsrichter. Wenn diese zu oft ausbleiben wie in dieser Saison zu beobachten sollten Wege gefunden werden, wie diese zu verbessern sind. Drei Vorschläge, die keine Regeländerungen am Spiel in Konsequenz ziehen wie beispielsweise die Einführung eines Videobeweises, wie von Bonn Coach Mathias Fischer gefordert sondern außerhalb des Spiels“ auf der Verwaltungsebene umgesetzt werden können:

1. Mehr Transparenz

Nach einem Spiel mit enttäuschendem Ausgang wird die Schuld oft den Schiedsrichtern in die Schuhe geschoben. Das ist oft falsch. Jedoch fehlt die Aufklärung nach den Spielen darüber, wieso in welcher Situation wie gepfiffen wurde, völlig. Es wäre sehr einfach, hier eine größere Transparenz herzustellen. ber Court Review, Schönen Dunk, die offizielle Beko BBL Homepage (okay, über die wohl im Moment besser nicht) oder die verschiedenen Social Media Kanäle könnten pro Spiel vielleicht drei oder vier in der allgemeinen Erinnerung gebliebene, für das Spiel beispielhafte Szenen von Fans und Referees ausgewählt werden, die dann von den Chefanalytikern der Liga zusammen mit einem der Schiedsrichter des Spiels in einem Video öffentlich erklärt werden warum ist in diesem Moment so entschieden worden und nicht anders?

Auch würde mehr Transparenz bei der Bewertung der Schiedsrichter sicherlich zum Verständnis beitragen warum werden die Zeugnisse“ für die drei Pfeifenden nach dem Spiel nicht online gestellt? In der hitzigen Atmosphäre der Halle werden viele Pfiffe sicherlich zu Unrecht kritisiert hier könnte durch die öffentliche Bewertung gezeigt werden, dass der allgemeine Fan mit seiner Kritik nicht immer richtig liegt. Jedoch liegt er auch nicht immer falsch hier könnte der Druck auf die Schiedsrichter von Ligaseite etwas erhöht werden.

2. Mehr Professionalität

Mehr Druck auf die Schiedsrichter muss gleichzeitig bedeuten, dass die Schiedsrichter besser bezahlt werden. Europäisches Topniveau kann nur von Schiedsrichtern erreicht werden, die sich voll und ganz mit dem Sport beschäftigen. Nach einer stressigen Woche im Büro sich für zu wenig Geld das Wochenende kaputtzumachen, indem man sich von aufgebrachten Fans anschreien lassen muss das kann nicht der Anspruch einer Profiliga sein,
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die zur besten Europas werden möchte. Es wäre wünschenswert, wenn es pro Spiel einen Schiedsrichter gäbe, der hauptberuflich Basketballspiele pfeift. Vor allem diese Schiedsrichter müssen gutes Geld verdienen dass in der Liga nicht genug Geld da ist, kann bei den teilweise hohen einstelligen Millionenbeträgen, die für Spieler ausgegeben werden, nicht behauptet werden. Diese neun oder besser zehn hauptberuflich tätigen Referees könnten auch Lehrgänge leiten und Leistungen anderer Schiedsrichterteams für die Liga analysieren. Vielleicht ist hier auch eine internationale Zusammenarbeit mit anderen europäischen Topligen möglich. Hier könnte eine wechselseitige Kontrolle der Schiedsrichterleistungen erfolgen. Wichtig wäre auch, den hauptberuflichen Referees für ihre Karriere nach der im Profisport eine berufliche Perspektive zu bieten.

3. Mehr Dialog

Ein Trainer, der sich oft über den Schiedsrichter beschwert, aber nicht versucht, zusammen mit der Liga die Probleme aufzuarbeiten, verliert schnell seine Glaubwürdigkeit. Silvano Poropat, der Trainer des MBC, hat laut eigener Aussage in der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Bonn mehrfach versucht, Kontakt mit den Verantwortlichen der Liga aufzunehmen ohne zufriedenstellenden Erfolg. Wenn die Liga den Vereinen Ziele stecken möchte, muss sie auch zulassen, dass ihr die Vereinsverantwortlichen Ziele stecken. Hier muss die Devise lauten: Mehr Dialog statt Mundverbieten und Strafdrohungen!

Diese drei Maßnahmen wären meiner Meinung nach ein erster Schritt, damit sich Vereine und Fans auf der einen, sowie die Beko BBL und Refs auf der anderen Seite jeweils wieder ein paar Schritte näher kommen.

Abschließen möchte ich mit einem Zitat:

Ab einer gewissen Liga kann man Sport weder als Sportler noch als Schiedsrichter mal eben nebenbei betreiben.“

Gesagt hat das der wohl beste deutsche Basketball Schiedsrichter, Robert Lottermoser. Hoffen wir, dass diese Meinung möglichst bald die Mehrheitsmeinung bei Liga und Referees widerspiegelt.

Aus meiner Sicht (Fan, Spieler und ehem. Schiri) ist das größte Problem derzeit in der fehlenden Linie der Schiedsrichter zu sehen. Dies beobachte ich aber sowohl in der BBL wie auch auf europäischem Parkett. Es werden einfach in kaum einem Spiel die einzelnen Spielsituationen gleich bewertet. Da bekommt auf der einen Seite ein Spieler einen Schritfehler gepfiffen, obwohl er gefoult wurde, und auf der anderen Seite geht ein Spieler mit zu vielen Schritten zum Korb und der Verteidiger bekommt dann auch noch das Foul. Oder es wird gar nichts gepfiffen.
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