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München Es war sein schwerster Gang: Polizeipräsident Hubetrus Andrä (61) sprach leise und wirkte niedergeschlagen, als er nach der Schießerei am S Bahnhof Unterföhring vor die Presse trat. Ein sehr, sehr trauriger Tag. Wir hoffen, trauern und beten für unsere Kollegin.“

Und weiter: Aus einem Routineeinsatz, den wir viele Hundert Mal im Jahr durchführen, ist plötzlich ein brutales Gewaltverbrechen geworden. Obwohl wir die Gefährlichkeit unseres Berufes kennen, macht uns die sinnlose Gewalt sprachlos.“

Stunden vorher geschah gegen 8.20 Uhr das Unbegreifliche! Am S Bahnhof Unterföhring nahe München riss ein Mann (37) nach ersten Erkenntnissen eine Polizei Waffe an sich und schoss einer Beamtin (26) in den Kopf.

Andrä: Der Täter habe aus dem Nichts massiv angegriffen, der zweite Beamte stürzte, es sei zum Gerangel gekommen. Der Täter habe die erlangte Waffe leer geschossen“. In der Regel ist das Magazin der Pistole P7 mit acht Patronen geladen das Magazin der Polizistin war nach dem bergriff komplett leer.

Die Kommissarin wurde bei dem Vorfall lebensgefährlich verletzt. Auch der Täter erlitt nach Polizeiangaben Schussverletzungen im Gesäßbereich er wurde festgenommen und wurde im Krankenhaus operiert.

Der Täter floh laut Polizeipräsident in südlicher Richtung aus dem Bahnhof und wurde von zwei Bundespolizisten verfolgt. Der dritte Bundespolizist kümmerte sich um die Verletzten.

Der 37 jährige Deutsche, der vermutlich Elektriker ist, schoss laut Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins zudem auf zwei unbeteiligte Passanten, die unter anderem am Arm getroffen wurden.

Dabei gelangte der Täter den Angaben zufolge an die Pistole des Polizisten, von der er auch sofort Gebrauch machte. Ob die Waffe da schon entsichert war, stand zunächst nicht fest.

Die Polizistin habe auf den 37 Jährigen geschossen, sagte da Gloria Martins. Unklar war zunächst, ob die 26 Jährige da schon getroffen worden war. Der Schütze konnte zunächst verletzt flüchten. Streifen der Münchner Polizei und der Bundespolizei stellten ihn kurz darauf.

Die Polizei hatte die Lage danach eigenen Angaben zufolge rasch unter Kontrolle. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht. 200 Kräfte waren im Einsatz unter anderem mit Spezialeinsatzkommandos und Hubschrauber. Die Beamten sperrten den S Bahnhof ab und informierten über Twitter die ffentlichkeit.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hofft, dass die in Unterföhring lebensgefährlich verletzte Polizistin die Tat überlebt. Ich hoffe und bete dafür, dass sie das übersteht“, sagte Seehofer bei einer Wahlkampfveranstaltung in München. Es gibt überhaupt keine Rechtfertigung dafür, dass man einen Polizeibeamten angreift, versucht ihn ins Gleis zu schubsen, die Pistole entreißt, das Magazin leer schießt und eine Polizistin lebensgefährlich verletzt.“ Das habe auch etwas mit Respekt vor dem Staat zu tun.

Polizisten tragen Waffe doppelt gesichert

Grundsätzlich tragen die Polizisten im Einsatz ihre Waffen doppelt gesichert. So ist die P7″ zunächst im Trageholster befestigt, eine spontane Entnahme durch einen Laien gilt als kaum möglich, da ein bestimmter Entsicherungsgriff nötig ist. Außerdem ist die Waffe selbst auch noch gesichert. Die P7″ verfügt dabei nach Angaben des Sprechers über eine besondere Sicherung, die einem normalen Täter nicht auffällt. Eine Nutzung im Affekt durch einen Laien soll damit ausgeschlossen werden.

IT Beraterin Lisa Daske (32) war auf dem Weg zur Arbeit. Wir fuhren mit der S8 Richtung Flughafen im S Bahnhof ein. Ich habe 3 bis 4 Schüsse gehört. Alle gingen in die Hocke.“

Nach ein, zwei Minuten, seien die Türen aufgegangen. Die meisten blieben im Zug. Eine Waggonlänge vor mir lag eine Person auf dem Bahnsteig. Etwa 15 Leute drumherum. Die Person war am Bein verletzt, Blut auf dem Bahnsteig, aber nicht viel.“

Nach etwa 10 Minuten sei der oder die Verletzte mit verbundenem rechten Unterschenkel die Treppe hinauf gehumpelt.

Bei dem Schuss auf eine Polizistin am S Bahnhof in Unterföhring hat der Täter wohl die Waffe eines Kollegen der Frau benutzt. Eine Streife sei am Dienstagmorgen wegen eines Streits zum Bahnhof gerufen worden, sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins.

Einer der Streithähne versuchte demnach, den Polizisten ins Gleisbett zu schubsen. Das konnte der Beamte zwar verhindern, jedoch gelangte der Täter nach ersten Erkenntnissen dabei an die Waffe des Mannes und schoss damit dessen Kollegin in den Kopf.
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